Schamanismus

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Die Gruppe von Menschen, die Medizinpflanzen des Regenwaldes traditionellerweise am besten kennen, sind die Medizinmänner und -Frauen in den Naturvölkern, von Ethnologen Schamanen genannt.
Schamanen gibt es in allen Gesellschaften die im engen Verhältnis mit der Natur leben.
Es gibt Schamanen auf allen fünf Kontinenten, bei den Indianern in Nord-, Mittel- und Südamerikas; in Australien; in Südostasien, Korea, Zentralasien und Sibirien und südlich der Sahara in Afrika.
In Europa findet man die einzige lebendige schamanische Tradition, die der ethnologischen Definition ganz entspricht, bei den Samen (Lappen) in Nordskandinavien.
Die sehr ausgeprägte schamanische Tradition der Kelten, Germanen und anderer europäischer Völker gilt heute als verdrängt oder ausgestorben.
Der Begriff Schamane stammt ursprünglich aus der Sprache der Tungus, einem sibirischen Volk. Es ist die Bezeichnung für eine bestimmte Art Medizinmann in ihrer Sprache.
Der Begriff wurde in die russische Sprache eingebracht und von Ethnologen als Überbegriff gewählt. Von der generellen Akzeptanz des Begriffs heute zeugt die Tatsache, dass Medizinmänner und -frauen in Südamerika sich selber als »Schamanen« bezeichnen. Die vorherrschende Definition in der Ethnologie wurde von Mircea Eliade, Professor für Vergleichende Religionswissenschaft, geprägt.
Er verglich die Ethnographien (Berichte aus der Feldforschung von Ethnologen) sehr vieler verschiedener indigener Völker und fand gemeinsame Elemente, die für die Tätigkeit, Ausbildung und Rolle dieser vorherrschenden Art Medizinmann oder Medizinfrau in indigenen Gesellschaften typisch sind. Mircea Eliades Definition basiert auf der zentralen Erkenntnis, dass alle Schamanen die Technik beherrschen, den Zustand der Extase zu erreichen, seine griffige Definition lautet »Shamanismus =Technik der Extase«.